Klinik für Kinder- und Jugendmedizin

Allgemeine Pädiatrie

Psychosomatik

Die Psychosomatik beschäftigt sich mit Erkrankungen, deren Ursprung zwischen der Psyche und dem Körper mit seinen biologischen Funktionen liegt. Unser interdisziplinäres Team aus Ärzt*innen, Psycholog*innen, Pädagog*innen und Pflegenden erarbeitet dabei ein auf jeden Patienten individualisiert zugeschnittenes, multimodales Therapieprogramm. Therapeutische Bezugsperson für den Patienten und dessen Familie ist jeweils ein*e Arzt/Ärztin bzw. ein*e Psychologe/Psychologin. Eine ausführliche Diagnostik zum Ausschluss somatischer Erkrankungen ist oftmals bereits erfolgt - Lücken schließen wir dabei gemeinsam mit den übrigen pädiatrischen Schwerpunkten.

Welche Krankheitsbilder behandeln wir?

Unsere Patienten sind zwischen 1. und 18. Jahre alt und leiden oftmals parallel an psychischen und somatischen Symptomen. Beispiele sind:

  • psychische Störungen bei chronischen körperlichen Grunderkrankungen
  • Spezielle psychosomatische Symptome wie Einnässen und Einkoten
  • Somatoforme Schmerzstörungen
  • Belastungsreaktionen bis hin zu ausgeprägten posttraumatische Belastungsstörungen
  • Regulations- und Fütterstörungen der frühen Kindheit (dies bedingt obligat eine Mitaufnahme von Mutter/Vater)

Wie sieht das Behandlungskonzept aus?

Auf Grund des Stationskonzepts ist eine Behandlung bei Verdacht auf eine psychotische Störung, Drogenkonsum sowie bei Suizidalität ausgeschlossen. Sollte insbesondere im Rahmen der Ambulanz- bzw. Konsiliararbeit eine solche Diagnose gestellt werden, wird der enge Kontakt zur zuständigen Klinik mit Pflichtversorgungsauftrag genutzt.


Die Behandlungsdauer ist selbstverständlich in erheblichem Maße abhängig von der Behandlungsindikation. Sie kann zwischen 3 Wochen bei eher diagnostischen Fragestellungen und bis zu 6 Monaten bei komplexen psychotherapeutischen Behandlungsindikationen betragen.

Mit den folgenden Hinweisen möchten wir Ihnen einen orientierenden Einblick in den Tagesablauf unserer stationär behandelten Patienten geben. Es ist sowohl zum schnellen Einleben als auch für den Behandlungserfolg wichtig, dass die Kinder an sämtlichen therapeutischen Angeboten und Gruppenaktivitäten teilnehmen.


Tagesablauf

  • Ca. 7.00 Uhr: Die Kinder/ Jugendlichen werden geweckt
  • Ca. 7.45 Uhr: Frühstück
  • 8.10 –10.30 Uhr: Schulbesuch / Spielangebote für jüngere Kinder
  • 10.45 - 12.00 Uhr: Zeit zur freien Gestaltung (Zeit für diverse Therapieangebote)
  • 12.00 Uhr: Mittagessen
  • 12.30 -14.45 Uhr: In dieser Zeit finden Gespräche mit dem Therapeuten, Gruppentherapie, Musiktherapie, Physiotherapie statt. Außerdem sollten in dieser Zeit auch die Hausaufgaben erledigt werden.
  • Ca. 14.45 Uhr: „Kaffee“ und Kuchen
  • 15.00 -16.30 Uhr: Sozialtherapeutische Gruppe, entweder innerhalb der Station oder auch draußen.
  • 17.00 Uhr: Handyzeit
  • 18.00 Uhr: Abendessen
  • ab 18.30 Uhr: Beginn der Freizeit: Fernsehzeit, Zeit zur freien Gestaltung, Spielen oder Beschäftigung in kleinen Gruppen, aber auch für Einzelbeschäftigungen.
  • ab 19.45 Uhr: Schlafenszeit, abgestuft nach dem jeweiligen Alter
  • 22.00 Uhr: Nachtruhe für alle

Schule

Schulpflichtige Kinder bzw. Jugendliche besuchen bei uns in der Regel die Helen- Keller Krankenhausschule. Hier unterrichten, in enger Zusammenarbeit mit der Heimatschule, Fachlehrer aller Schultypen in den Hauptfächern.


Besuchszeiten

Um ein intensives Gruppenleben zu ermöglichen und Therapien kontinuierlich durchführen zu können, haben wir die Besuchszeit auf Sonntag von 14.00 bis 17.55 Uhr gelegt. Während dieser Zeit können Sie mit Ihrem Kind, wenn nichts anderes vereinbart wurde, die Station verlassen und etwas Gemeinsames unternehmen. Der Mittwochnachmittag kann zwischen 15.00 und 17.55 Uhr für Besuchskontakte genutzt werden, wenn er nicht für andere Therapietermine benötigt wird.

Wir helfen in unserer Trauma-Ambulanz Kindern und Jugendlichen nach einem traumatischen Erlebnis, die z.B.

  • Opfer krimineller Gewalttaten
  • Opfer sexualisierter und häuslicher Gewalt
  • Unfall- und Katastrophenopfer
  • Kriegs-, Flüchtlings- und Folteropfer
  • Zeugen solcher Ereignisse
  • nach Tod eines Elternteils

Unser Angebot umfasst:

  • Beratung und Information
  • Hilfe im Umgang mit als überwältigend erlebten
  • Gefühlen
  • Hilfe bei der Wiederherstellung von Sicherheit und
  • Kontrollfähigkeit
  • Förderung individueller Bewältigungsmöglichkeiten
  • Therapie bestehender akuter Belastungssymptome
  • Integrative traumaspezifische Kurzpsychotherapie
  • (u.a. EMDR)
  • Erfassen möglicher individuell vorbestehender
  • Belastungsfaktoren
  • Wenn erforderlich, Vermittlung in eine längere
  • Fachpsychotherapie
  • Hilfe zur Vorbeugung erneuter Traumatisierung
  • Vorbeugung von Folgestörungen

Anmeldung

Uns ist besonders wichtig, nach einem derart seelisch einschneidenden Erlebnis kurzfristig einen Termin für ein Erstgespräch anzubieten. Unsere Patienten oder ihre Eltern können sich hierzu unter T 0251 83-56440 (Sekretariat) bzw. T 0251 83 56418 (Station, 24h/d) melden. Die Anmeldung ist ebenso über den Opferschutzbeauftragten der Polizei, oder die behandelnden Ärzte bzw. Psychotherapeuten möglich.

Normalerweise sind Schmerzen Ausdruck natürlicher Schutzmechanismen, für die es Ursachen, wie z.B. eine Entzündung oder Verletzung, gibt. Manchmal bleibt der Schmerz bestehen oder kommt immer wieder. Die Schmerzempfindung hat sich verselbstständigt, obwohl der ursprüngliche Grund mehr vorhanden ist. Viele Einflussfaktoren spielen dann eine Rolle. Schmerzen sind immer sehr ernst zunehmen und sollten entsprechend behandelt werden. Die Betroffenen selber, aber auch Familien leiden sehr, wenn Schmerzen bei Kindern und Jugendlichen auftreten.

Wer kann zu uns kommen?

Kinder und Jugendliche, die unter Schmerzen leiden und dadurch in ihrer Alltagsgestaltung, dem Schulbesuch und in ihrer Freizeitgestaltung eingeschränkt sind.

Was passiert beim ersten Termin?

Zunächst bringen Sie zum ersten Termin alle Vorbefunde, sowie andere relevante Unterlagen mit. Vor diesem Gespräch füllen Sie Schmerzfragebögen aus. In einem ausführlichen Gespräch werden dann alle Symptome sowie ausführliche Informationen über bisherige Erkrankungen erfasst. In einem weiteren Termin erfolgt dann eine ausführliche Untersuchung sowie nach Absprache auch eine physiotherapeutische Befunderhebung. Danach werden wir die Befunde besprechen und eine Behandlungsempfehlung geben.

Anmeldung

Sekretariat Frau Meyer
T 0251 83-56440


Mehr Informationen im Flyer.

Unsere Logopädin Susanne Renk betreut Patienten mit u.a. folgenden Beschwerden:

  • Störungen der Nahrungsaufnahme (Probleme beim Saugen, Schlucken, Abbeißen, Kauen, Trinken)
  • Orofazialstörungen mit erhöhtem Speichelfluss, mangelndem Mundschluss, taktiler Über- oder Unterempfindlichkeit im Mundbereich. Ablehnung bestimmter Nahrungskonsistenzen und Geschmacksrichtungen, Facialisparese, Sondenberatung, u.a. Therapie nach Castillo Morales, sensorische Integrationsbehandlung
  • Essverhaltens- und Fütterstörungen im Säuglings- und Kleinkindalter z.B. mit wählerischem Essverhalten, Verweigerung, Gedeihstörung
  • myofunktionelle Störungen im Rahmen einer kieferorthopädischen Behandlung  
  • Störungen der Sprache und des Sprechens z.B. nach Schlaganfall, Schädel-Hirntrauma. Sprechapraxie.
  • fehlendem, spärlich oder fehlerhaft einsetzendem Spracherwerb (sog. „late talker“), Artikulations- und Sprachentwicklungsstörungen.
  • Redeflussstörungen (u.a. Beratung bei beginnendem Stottern, Poltern)
  • Stimmstörungen

Lehre und Forschung


Unsere Lehraktivitäten betreffen den Unterricht im Fach Psychosomatik und Psychotherapie im Kindes- und Jugendalter, ferner im Fach Pädiatrie. Trotz organisatorischer Einschränkungen durch das Medizinstudium sind wir bestrebt, so viel Patientenorientierung im Unterricht wie möglich zu realisieren. Folgende Veranstaltungen werden zur Zeit von unserer Abteilung angeboten:

  • Teilnahme am begleitenden Praktikum Kinderheilkunde
  • Wahlfachangebot Vorklinik: Einblicke in die psychotherapeutische Behandlung psychosomatischer Erkrankungen
  • Wahlfachangebot Klinik: Fallseminar Pädiatrische Psychosomatik. Übung zu Kompetenzen und Fallstricken in der Behandlung

Neben Famulanten und PJ-Studenten wird fortlaufend Praktikanten aus den Disziplinen Psychologie, Musiktherapie, Logopädie sowie Sozialpädagogik Gelegenheit zum Einblick in ihre Berufsfelder gegeben.


Wir beteiligen uns an einer multizentrische  Studie (Zentrale: Hamburg) mit dem Titel „Kinder mit seltenen Erkrankungen, deren Geschwister und Eltern - Children affected by rare disease and their families - network - CARE-FAM-NET“.

Ein weiteres unserer Forschungsverhaben lautet „Evaluation des Erstgesprächs in der Trauma-Ambulanz der Allgemeinen Pädiatrie des Universitätsklinikums Münster“.

Zusammen mit der Psychosomatischen Abteilung der Kinderklinik Gießen besteht zudem folgendes Projekt: "Psychometrische Basiserhebung zur integrativen Behandlung von psychosomatisch kranken Kindern im Rahmen einer pädiatrisch-psychosomatischen Komplexbehandlung".

Dr. med. Martina Monninger
Kinder- und Jugendpsychosomatik

Stellvertretende Leitung (medizinisch-pädiatrisch)

Dr. med. Ulrike Ehrchen
T 0251 83-56410
ulrike.ehrchen@ukmuenster.­de

Dr. med. Birgitta Schäfer
T 0251 83-56412
birgitta.schaefer@­ukmuenster.de

Stellvertretende Leitung (therapeutisch)

Dr. rer. medic. Bernd Reichert
Dipl.-Musiktherapeut, Ki-Ju-Psychotherapeut
T 0251 83-56413
reiber(at)­ukmuenster(dot)­de
 

Psychotherapeutisches Team

Dr. rer. medic. Uta Elkemann
Dipl.-Psychologin
T 0251 83-56470
uta.elkemann@­ukmuenster.­de
 

Anika Gross
Dipl.-Psychologin
T 0251 83-52641
anika.gross@­ukmuenster.de

Ann-Kathrin Kreienborg
Dipl.-Psychologin
T 0251 83-56407
ann-kathrin.kreienborg@ukmuenster.­de

Hanna Roggenkamp
Dipl.-Psychologin
T 0251 83-56407
hanna.roggenkamp@­ukmuenster.­de
 

Katja Rosenfeld
Dipl.-Psychologin
T 0251 83-57034
katia.rosenfeld@­ukmuenster.de

Dr. med. Ute Schneider-Verhorst
T 0251 83-57034
ute.schneider-verhorst@­ukmuenster.­de
 

Kathrin Wieczorek
Dipl.-Psychologin
T 0251 83-57035
kathrin.wieczorek@­ukmuenster.de 

Marie Wischnewski
Dipl.-Psychologin
T 0251 83-52641                                             
marie.wischnewski(at)­ukmuenster(dot)­de

Pädagogisches Team

Beate Krause 
Ltd. Dipl.-Sozialpädagogin, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin
T 0251 83-56458
beate.krause(at)­ukmuenster(dot)­de


Philipp Drolshagen, Dipl. Pädagoge
Mona Lamour, Erziehungswissenschaftlerin M.A.
Monika Verbücheln, Dipl.-Sozialpäd.
Margret Funk, Dipl.-Sozialpäd.

Heilpädagogisches Team

Lilly von Obernitz
Heilpädagogin B.A.
T 0251 83-56440
lilly.vonobernitz(at)­ukmuenster(dot)­de

Silvia Weiler
Dipl.-Heilpädagogin
T 0251 83-56440
silvia.weiler@ukmuenster.­de

Logopädin

Susanne Renk
Logopädin
T 0251 83-56411
susanne.renk@­ukmuenster.­de
 

Pflegerisches Team

Heike Suelmann
pflegerische Stationsleitung
T 0251 83-58040
heike.suelmann(at)­ukmuenster(dot)­de
 

 
 
 
 

Leitung

Dr. med. Martina Monninger
Kinder- und Jugendpsychosomatik

Sekretariat der psychosomatischen Station "Czerny" und Isolationsstation "von Pfaundler"

Alexa Marie Olesch
T 0251 83-56440
F 0251 83-52907
sekretariat-czerny(at)­ukmuenster(dot)­de

Befundauskunft

Petra Urmanska
T 0251 83 47762